TSMCs Juni-Umsatz steigt um 68 %, da die Nachfrage nach KI-Chips das Angebot übersteigt

TSMC, der weltweit größte Auftragsfertiger von Chips, meldete für Juni 2026 einen Umsatz von NT$398,27 Milliarden (rund 10,8 Milliarden Euro) – ein Anstieg um 67,9 % im Vergleich zum Juni 2025. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der Umsatz NT$2,4 Billionen (etwa 65,4 Milliarden Euro), ein Plus von 35,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen kommen vor der vollständigen Quartalsbilanz von TSMC für das zweite Quartal, die am Donnerstag erwartet wird, und setzen den Quartalsumsatz auf rund NT$1,27 Billionen – über den von Analysten prognostizierten NT$1,264 Billionen.
Was treibt den Sprung an
Führungskräfte von TSMC führen das Wachstum auf eine laut Unternehmensangaben „extrem robuste“ Nachfrage nach KI-Prozessoren zurück. Ein Manager verwies dabei gezielt auf den branchenweiten Wandel von konversationellen Chatbots hin zu agentischen KI-Systemen, die eigenständig mehrschrittige Aufgaben ausführen können. Diese Verschiebung ist für das Geschäft von TSMC deshalb relevant, weil agentische Systeme pro Aufgabe erheblich mehr Rechenleistung für Inferenz benötigen als eine einfache Chat-Antwort – eine Veränderung des Workload-Charakters, die sich direkt in einer höheren Chip-Nachfrage niederschlägt, und zwar nicht nur in höheren Stückzahlen.
Die Konzentration auf die fortgeschrittenen Knoten
Das Umsatzwachstum konzentriert sich auf die Spitze von TSMCs Fertigungskapazität. Chips, die auf 7-Nanometer- oder kleineren Prozessknoten gefertigt wurden, machten im ersten Quartal 74 % des Wafer-Umsatzes aus, wobei der 3-Nanometer-Knoten allein 25 % dazu beitrug. Diese Konzentration unterstreicht, warum TSMCs Preissetzungsmacht parallel zur Nachfrage gestiegen ist – Kunden, die KI-Beschleuniger an der Frontline bauen, haben an der Spitze keinen praktikablen alternativen Lieferanten, was TSMC ungewöhnliche Hebelwirkung verleiht, auch wenn das Unternehmen selbst mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen hat.
Nvidias überproportionaler Anspruch auf Kapazitäten
Diese Kapazitätsengpässe sind so gravierend, dass allein Nvidia Berichten zufolge rund 60 % der fortschrittlichen Chip-Packaging-Kapazität von TSMC für 2026 reserviert hat. Diese Zahl verdeutlicht, wie stark sich die KI-Chip-Nachfrage auf eine kleine Anzahl von Käufern konzentriert, und wirft eine strukturelle Frage für den Rest der Branche auf: Jedes KI-Hardware-Unternehmen, das mit Nvidia um TSMCs Packaging-Kapazitäten konkurriert, verhandelt um das, was übrig bleibt, nachdem der größte Kunde bereits den Großteil für sich beansprucht hat.
Prognosen und Expansionspläne
TSMC prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 ein Umsatzwachstum von über 30 % in US-Dollar und plant Investitionsausgaben zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar, während das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten in Arizona, Japan und Deutschland ausbaut. Der vollständige Quartalsbericht am Donnerstag soll aktualisierte Prognosen zur Rentabilität sowie Fortschritte bei TSMCs 2-Nanometer-Prozesstechnologie enthalten – dem nächsten führenden Knoten, auf den die Kunden setzen, um mit der KI-Rechenleistungsnachfrage Schritt zu halten, wie Euronews berichtet.
Originally reported by Euronews. Read the original article for additional details.
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