<p>SK Hynix entthront Samsung als wertvollstes Unternehmen Südkoreas – nach 25 Jahren</p>

SK Hynix hat am Montag Samsung Electronics als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas abgelöst – und damit eine Dominanz beendet, die Samsung seit November 2000 praktisch ununterbrochen innehatte. Der Wechsel markiert einen historischen Moment in der Technologielandschaft des Landes und eine direkte Folge des globalen Wettlaufs um den Aufbau von KI-Infrastruktur.
Die Marktkapitalisierung von SK Hynix erreichte 2.080,38 Billionen Won (etwa 1,35 Billionen US-Dollar) und übertraf damit Samsungs 2.066,66 Billionen Won mit einem Vorsprung von rund 13,72 Billionen Won. Der Handelstag trieb den KOSPI-Leitindex zudem auf ein neues Schlusshoch über 9.100 Punkte – ein Spiegel der breiten, von Halbleitern getragenen Marktrallye.
Die Kehrtwende hat sich über Jahre abgezeichnet. Während beide südkoreanischen Chip-Hersteller vom AI-Hardware-Boom profitierten, positionierte sich SK Hynix weit aggressiver im Bereich High-Bandwidth Memory (HBM) – der gestapelten Chip-Architektur, die Nvidia und andere AI-Accelerator-Hersteller für das Training und den Betrieb großer Sprachmodelle benötigen. SK Hynix liefert derzeit den Großteil der HBM-Chips für Nvidias H100- und H200-Serien, dem Hardware-Rückgrat der meisten Enterprise-KI-Implementierungen.
Samsung hingegen hatte Mühe, seine HBM3E-Chips für Nvidias Lieferkette zu qualifizieren. Mehrere Berichte in diesem Jahr deuteten darauf hin, dass Samsungs HBM3E-Produkt die thermischen und leistungstechnischen Anforderungen von Nvidia nicht erfüllte – was das Unternehmen zwang, in einem der am schnellsten wachsenden Segmente der Halbleiterindustrie Boden an SK Hynix und Micron abzugeben.
Die symbolische Bedeutung dieses Meilensteins ist nicht zu unterschätzen. Samsung hatte die Konkurrenz erstmals am 29. Juli 1999 überholt, um den Spitzenplatz im KOSPI zu erobern, und hielt ihn ab dem 21. November 2000 fast ununterbrochen – eine 25-jährige Phase, die mit Samsungs Wandel zum globalen Elektronikkonzern aus Smartphones, Displays, DRAM und NAND-Speicher einherging.
Analysten sehen in SK Hynix’ Aufstieg die Bestätigung, dass das nächste Kapitel der Halbleiterindustrie von KI-Speicher und nicht von Unterhaltungselektronik geschrieben wird. „Der Aufbau der KI-Infrastruktur hat eine klare Divergenz geschaffen“, meinte ein in Seoul ansässiger Chip-Analyst und verwies auf die zusammengesetzten jährlichen Wachstumsraten von HBM gegenüber konventionellem DRAM.
Ob der Wechsel dauerhaft ist, bleibt offen. Samsung investiert massiv in HBM4 und Verfahren der nächsten Generation für die Chip-Packaging-Technologie, und die schiere Größe des Unternehmens in den Bereichen Foundry, NAND und Logikchips verleiht ihm eine Resilienz, die SK Hynix fehlt. Aber vorerst ist die 25-jährige Hackordnung Südkoreas auf den Kopf gestellt, wie The Korea Times berichtet.
Originally reported by The Korea Times. Read the original article for additional details.
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