<p>GlobalFoundries erhält eine staatliche Förderung in Höhe von 300 Millionen Dollar für die Entwicklung von KI-Chip-Interconnects aus Licht.</p>

GlobalFoundries hat am 29. Juli bekannt gegeben, dass es eine Absichtserklärung mit dem US-Handelsministerium über ein CHIPS-Act-Forschungs- und Entwicklungsprojekt in Höhe von 300 Millionen US-Dollar unterzeichnet hat. Ziel ist die Beschleunigung der Siliziumphotonik – einer Technologie, die Daten zwischen Chips mithilfe von Licht statt elektrischer Signale überträgt. Im Rahmen des Deals erhält die US-Bundesregierung zudem einen Anteil von rund einem Prozent an GlobalFoundries, nach dem gleichen Modell, das die Trump-Administration bereits bei ihrer früheren Intel-Investition verwendet hatte.
Warum Licht statt Kupfer
Jeder große AI-Cluster bewegt heute enorme Datenmengen zwischen GPUs, Speicher und Netzwerkkomponenten über Kupfer-Verbindungen – und Kupfer hat eine harte physikalische Grenze: Mit steigenden Bandbreitenanforderungen benötigen Kupferverbindungen mehr Leistung und erzeugen mehr Wärme pro übertragenem Bit. Siliziumphotonik ersetzt diese elektrischen Verbindungen durch optische, überträgt Daten als Licht und nutzt dabei dieselben Fertigungsprozesse wie herkömmliche Chips. Das Ergebnis ist eine wesentlich höhere Bandbreitendichte bei geringerem Stromverbrauch – genau die beiden Ressourcen, die in AI-Rechenzentren am schnellsten knapp werden, wenn die Clustergrößen auf Hunderttausende von GPUs anwachsen.
Die CHIPS-Finanzierung fließt in optische Materialien der nächsten Generation, Wafer-Technologien und fortschrittliche Packaging-Lösungen – insbesondere in 3D-Hybrid-Bonding-Verfahren, die Near-Packaged Optics (NPO) und Co-Packaged Optics (CPO) ermöglichen. Dabei sitzen die optischen Komponenten direkt neben dem AI-Prozessor, statt als separates steckbares Modul. GlobalFoundries gibt an, dass diese Arbeit auf der kürzlich vorgestellten SCALE-Plattform (Silicon Photonics Co-Packaged Advanced Light Engine) aufbaut, die auf 400 Gb/s Leistung und eine fünffache Verbesserung der Energieeffizienz gegenüber aktuellen steckbaren optischen Verbindungen abzielt.
Der Eigenkapitalanteil als Präzedenzfall
Die rund einprozentige Eigenkapitalbeteiligung des Handelsministeriums an GlobalFoundries folgt dem gleichen Muster wie die frühere Investition der Administration in Intel, bei der die Regierung einen Anteil am Unternehmen nahm, anstatt die Förderung als reinen Zuschuss zu gewähren. Handelsminister Howard Lutnick begründete den Ansatz damit, dass „die amerikanische Öffentlichkeit am Wachstum von GF beteiligt werden“ solle, anstatt lediglich die F&E eines Privatunternehmens zu subventionieren – ein Modell, das die bundesstaatliche Halbleiterpolitik direkt an den finanziellen Erfolg der geförderten Unternehmen koppelt. Dies stellt eine Abkehr von der üblichen Struktur dar, mit der CHIPS-Act-Gelder beim Programmstart im Jahr 2022 vergeben wurden.
Breite Unterstützung aus der Branche
Es handelt sich nicht um eine Wette, die GlobalFoundries allein eingeht. Führungskräfte von AMD, Broadcom, Cisco, Meta, Microsoft und Qualcomm haben allesamt Statements zur Unterstützung der Investition abgegeben – eine Liste, die Chipdesigner, Netzwerkausrüster und zwei der größten AI-Infrastrukturkäufer der Welt umfasst. Diese breite Unterstützung zeigt, dass Siliziumphotonik keine spekulative Wette auf eine Nischentechnologie ist; sie wird branchenweit als kurzfristige Voraussetzung für den Ausbau der AI-Infrastruktur über die aktuellen Grenzen der Verbindungstechnik hinweg betrachtet – nicht als Forschungskuriosität, die erst in zehn Jahren relevant wird.
Teil einer größeren CHIPS-F&E-Offensive
Die Förderung für GlobalFoundries ist ein Teil einer größeren, 874 Millionen US-Dollar umfassenden CHIPS-F&E-Initiative, die das Handelsministerium auf sieben Unternehmen verteilt. Ziel ist es, die heimischen Fähigkeiten in Technologien zu stärken, die für die AI-Infrastruktur und die nationale Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Halbleiterambitionen Chinas als kritisch gelten. GlobalFoundries wird die Arbeiten in seinen bestehenden Fabriken in Malta (New York) und Burlington (Vermont) durchführen – und damit die gesamte Lieferkette für KI-Verbindungen der nächsten Generation auf US-amerikanischem Boden halten, was ebenso sehr der Zweck der Förderung ist wie die zugrunde liegende Technologie selbst. Details wurden in der offiziellen Ankündigung von GlobalFoundries bestätigt.
Originally reported by GlobalFoundries. Read the original article for additional details.
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