Apple lobbyiert bei der Trump-Administration für Memory Chips von einem chinesischen Hersteller auf der Schwarzen Liste

Apple setzt sich bei der Trump-Administration dafür ein, den Kauf von Speicherchips des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT) zu genehmigen – ein Unternehmen, das derzeit auf der Pentagon-Liste der chinesischen Militärunternehmen steht. Die Financial Times berichtet über diesen Vorstoß, den Apple öffentlich nicht bestätigt hat.
Der Vorstoß kommt unmittelbar nachdem Apple Anfang dieser Woche die Preise für das gesamte Mac-, iPad- und Vision Pro-Portfolio um 17 bis 25 Prozent angehoben hat – mit Verweis auf eine globale Speicherknappheit, die durch die Nachfrage von KI-Rechenzentren verursacht wird. CXMT wäre eine potenziell günstigere Alternative: Berichten zufolge liegen die Preise 10 bis 15 Prozent unter denen von Samsung, SK Hynix und Micron. Die regulatorischen und politischen Risiken sind jedoch erheblich.
Was Apple eigentlich fordert
Apple ist rechtlich derzeit nicht daran gehindert, Chips von CXMT zu kaufen. Die 1260H-Liste des Pentagons verhängt keine zwingenden Lizenzbeschränkungen wie die Entity List des Handelsministeriums. Was Apple konkret sucht, so die Financial Times, sind Zusicherungen, dass CXMT nicht auf die Entity List gesetzt wird. Ein solcher Schritt würde den Handel sofort illegal machen und eine Versorgungskrise auslösen, die Apple nicht einfach abfedern könnte.
Ein zweites Risiko ist ähnlich schwerwiegend: Das Verteidigungsministerium darf keine Geschäfte mit Unternehmen auf der 1260H-Liste machen oder Produkte verwenden, die deren Komponenten enthalten. Eine Apple-CXMT-Liefervereinbarung könnte bestehende US-Regierungsaufträge gefährden, wenn militärische Kunden nicht zertifizieren können, dass ihre Geräte frei von gesperrten Bauteilen sind.
Widerstand aus dem Kongress zeichnet sich ab
Der Vorschlag stößt im Kapitol auf heftige Kritik. Abgeordneter John Moolenaar, republikanischer Vorsitzender des China-Ausschusses im Repräsentantenhaus, warnte, dass eine Genehmigung die Kontrolle Chinas über kritische Lieferketten stärken würde. Senator Marco Rubio, der ähnliche Schritte bereits als Spiel mit dem Feuer bezeichnet hat, wird voraussichtlich jede Zustimmung aus dem Weißen Haus ablehnen.
CXMT wurde aufgrund angeblicher Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee auf die Pentagon-Liste gesetzt – das Unternehmen bestreitet diese Darstellung. Das Pentagon hatte CXMT kurzzeitig von der Liste gestrichen, bevor es in einem jüngsten Update wieder aufgenommen wurde.
Der größere Zusammenhang: Eine Speicherkrise, die die ganze Branche trifft
Die Speicherknappheit ist nicht allein Apples Problem. KI-Rechenzentren verbrauchen einen überproportionalen Anteil der weltweiten DRAM-Produktion und verknappen das Angebot für Unterhaltungselektronik quer durch die Branche. Apples Preiserhöhungen lösten einen Ausverkauf bei globalen Tech-Aktien aus, da Anleger abwogen, ob Kosteninflation die Gerätenachfrage dämpfen und die Rallye am Speicherchip-Markt untergraben könnte, die die Halbleiteraktien durch das Jahr 2026 getragen hat.
Das Weiße Haus hat auf die Anfrage der Financial Times nicht reagiert. Apple lehnte eine Stellungnahme ab. Bis Samstagabend wurde keine Entscheidung bekannt gegeben.
Originally reported by AppleInsider. Read the original article for additional details.
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