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Volkswagen stellt Prototyp einer Feststoffbatterie mit 500-Meilen-Reichweite vor

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Volkswagen stellt Prototyp einer Feststoffbatterie mit 500-Meilen-Reichweite vor

Volkswagen stellt Prototyp einer Feststoffbatterie mit 500-Meilen-Reichweite vor

Die Volkswagen AG hat einen funktionsfähigen Prototyp ihrer Feststoffbatteriezelle vorgestellt und behauptet, dass die Technologie über 500 Meilen Reichweite mit einer einzigen Ladung ermöglicht – ein Meilenstein, der die Elektrofahrzeuglandschaft neu gestalten könnte. Der deutsche Automobilhersteller, der seit 2018 mehr als 300 Millionen US-Dollar in das US-Startup QuantumScape investiert hat, präsentierte die Zelle am Donnerstag in seinem Batterielabor in Salzgitter. Der Prototyp mit der Bezeichnung „Unified Cell Plus“ ist das erste Feststoffdesign, das VW im Labormaßstab außerhalb des Labors getestet hat.

Technische Spezifikationen und Leistungsziele

Die neue Zelle verwendet eine Lithium-Metall-Anode in Kombination mit einem proprietären festen Keramikseparator, der von QuantumScape entwickelt wurde. VW-Ingenieure gaben an, dass die Energiedichte auf Zellebene 450 Wattstunden pro Kilogramm erreicht – etwa doppelt so viel wie bei den aktuellen Lithium-Ionen-Batterien im ID.4. Im WLTP-Testzyklus ermöglicht der Prototyp eine Reichweite von 518 Meilen (833 Kilometer) in einem Fahrzeug in der Größe des kommenden ID.7 Limousine. Die Schnellladefähigkeit ist ebenfalls beeindruckend: Die Batterie kann an einem 350-kW-CCS-Ladegerät in 12 Minuten von 10 % auf 80 % Ladezustand aufgeladen werden.

Das thermische Management bleibt eine große Herausforderung, aber VW behauptet, dass die Feststoffzelle sicher bei Temperaturen bis zu 85 Grad Celsius ohne aktive Kühlung arbeitet. Der Separator eliminiert den brennbaren flüssigen Elektrolyten, der in herkömmlichen Zellen zu finden ist, und reduziert das Brandrisiko drastisch. VWs Leiter der Batterieforschung und -entwicklung, Frank Blome, erklärte in einem Pressegespräch, dass die Zelle Nageleindringtests ohne thermisches Durchgehen bestanden habe – eine Schwelle, an der viele Feststoff-Prototypen in der Vergangenheit gescheitert sind.

Fertigungsweg und Produktionszeitplan

Volkswagen plant, die Serienfertigung der Feststoffzellen in seinem Werk in Salzgitter bis Ende 2025 in kleinem Maßstab zu beginnen und bis 2027 auf mehrere hunderttausend Einheiten pro Jahr hochzufahren. Die Prototypzellen werden auf einer Pilotlinie gefertigt, die derzeit 1.000 Zellen pro Woche ausstößt. VW beabsichtigt, die neuen Zellen in seine modulare MEB+-Plattform zu integrieren, die die ID.-Familie und die kommende Marke Scout unterstützt. Das Unternehmen erwartet, dass die Produktionskosten pro Kilowattstunde bis 2028 unter 80 US-Dollar fallen – vergleichbar mit aktuellen Flüssigelektrolyt-Batterien – dank vereinfachter Montage und Wegfall des Formationsprozesses.

QuantumScape, das 2020 durch eine SPAC-Fusion an die Börse ging, stand wegen der Skalierung unter Skepsis. Die QS-0-Vorpilotlinie in San Jose, Kalifornien, liefert seit Ende 2023 „Sample-A“-Zellen an VW und andere Automobilhersteller. Der VW-Prototyp verwendet QuantumScapes neueste Acht-Lagen-Pouch-Zellarchitektur, ein bedeutender Schritt gegenüber den 2022 gezeigten Einzel-Lagen-Zellen. Andrew Hudson, CTO von QuantumScape, stellte fest, dass das Unternehmen auf dem besten Weg sei, die Produktion in geringem Umfang in seiner QS-1-Anlage im Jahr 2026 zu beginnen.

Wettbewerbsumfeld und Branchenkontext

Volkswagen ist im Rennen um die Kommerzialisierung von Feststoffbatterien bei weitem nicht allein. Toyota kündigte im Juni 2024 an, bis 2027 eine Feststoffbatterie in einem Hybridfahrzeug auf den Markt zu bringen, mit einer behaupteten Reichweite von 745 Meilen mit einer einzigen Ladung – die bisher höchste öffentlich genannte Reichweite. Toyotas Batterie verwendet einen sulfidbasierten Festkörperelektrolyten und hat Analysten mit ihrer Haltbarkeit über 1.000 Zyklen beeindruckt. Allerdings hat Toyota noch kein paketgroßes Modell gezeigt; sein aktueller Prototyp beschränkt sich auf eine kleine Zweisitzer-Plattform. BMW hat sich indes mit Solid Power zusammengetan, um vollfestkörperbasierte Zellen mit 390 Wh/kg zu testen, mit einer Pilotproduktion ab 2025. Chinas CATL, der weltweit größte Batteriehersteller, war vorsichtiger und erklärte in seinem Earnings Call, dass Feststoff noch mindestens fünf Jahre von der Massenproduktion entfernt sei.

Branchenanalysten halten VWs 500-Meilen-Angabe für glaubwürdig, betonen jedoch, dass die tatsächliche Reichweite stark von der Paketintegration abhängt. „Eine 450-Wh/kg-Zelle ist beeindruckend, aber wenn man Verpackung, Kühlung und Verkabelung hinzufügt, liefert das vollständige Paket wahrscheinlich eher 330 Wh/kg“, sagte Sam Purdy, leitender Analyst bei Rho Motion. „VW muss das Paketgewicht unter 450 Kilogramm halten, um den 500-Meilen-Vorteil gegenüber den besten aktuellen EVs wie dem Lucid Air Grand Touring zu behalten, der aus einem 105-kWh-Lithium-Ionen-Paket 516 Meilen schafft.“

Herausforderungen: Kosten, Haltbarkeit und Kälte

Selbst mit dem Erfolg des Prototyps bleiben mehrere Hürden. Die Lithium-Metall-Anode quillt beim Laden auf, was mechanische Spannungen erzeugt, die den festen Separator nach wiederholten Zyklen reißen lassen können. VW sagt, dass der Prototyp nach 1.200 Vollzyklen noch 80 % Kapazität behält, aber das bleibt unter der Schwelle von 1.500 Zyklen, die typischerweise für Personenkraftwagen unter Garantie erforderlich sind. Das Unternehmen erforscht eine dünne Kohlenstoffbeschichtung auf der Anode, um Volumenänderungen zu mildern. Das Kälteverhalten, eine bekannte Schwäche von Feststoffzellen, wird durch eine im Batteriemanagementsystem integrierte interne Heizschicht adressiert – eine Lösung, die Kosten und Komplexität erhöht.

Zudem bestätigte VW, dass es noch nicht zu 100 % auf Feststofftechnologie setzt. Der Prototyp enthält immer noch eine geringe Menge flüssigem Elektrolyten in den Separatorporen, um die Ionenleitfähigkeit bei niedrigen Temperaturen zu verbessern. Blome spielte dies als „Übergangsdesign“ herunter und bestätigte, dass eine vollständig flüssigkeitsfreie Version für 2029 auf dem Fahrplan stehe.

Marktauswirkungen und nächste Schritte

Volkswagen erwartet, dass die Feststoffbatterie erstmals 2026 in einer limitierten ID.7-Variante zum Einsatz kommt, die einen Aufpreis von rund 15.000 Euro gegenüber dem Standardmodell haben wird. Das langfristige Ziel des Unternehmens ist es, die Gesamtkosten des Batteriepakets im Vergleich zur aktuellen ID.4-Batterie um 50 % zu senken, um bis 2030 ein erschwingliches EV mit 500 Meilen Reichweite zu ermöglichen. Dafür muss VW eine zuverlässige Versorgung mit wichtigen Rohstoffen – Lithium, Schwefel und Keramik – sicherstellen und gleichzeitig seine interne Zellproduktionskapazität bis 2030 auf 240 GWh pro Jahr ausbauen.

Der nächste große Test kommt im ersten Quartal 2025, wenn VW plant, die Feststoffzellen in einer Flotte von 50 Testfahrzeugen für öffentliche Straßenerprobungen in Deutschland und den USA zu installieren. Wenn diese Tests die Reichweiten- und Haltbarkeitszahlen bestätigen, könnte das 500-Meilen-EV viel früher zur alltäglichen Realität werden, als die meisten Branchenbeobachter vorhergesagt haben.

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