Die Bewahrung von Videospielen wird zur Krise, während gelistete Titel für immer verschwinden

Im Juni 2026 lehnte die Europäische Kommission die Kernforderung von Stop Killing Games ab, einer Europäischen Bürgerinitiative, die rund 1,29 Millionen verifizierte Unterschriften für rechtsverbindliche Regeln zur Spielebewahrung gesammelt hatte. Statt eines Mandats unterstützte die Kommission einen freiwilligen Branchenkodex.
Was Stop Killing Games tatsächlich forderte
Die Forderung der Kampagne war eng und spezifisch, kein Aufruf, jedes Spiel für immer zu bewahren. Wenn ein Publisher den Support für ein bereits bezahltes Spiel einstellt, sollte er es in einem "vernünftig funktionsfähigen Zustand" belassen, statt es vollständig unbrauchbar zu machen.
Die Kampagne überschritt im Juli 2025 die Schwelle von einer Million Unterschriften, beendete die Verifizierung mit rund 1,29 Millionen bestätigten Unterschriften, wurde am 26. Januar 2026 offiziell bei der Europäischen Kommission eingereicht und erhielt am 16. April 2026 eine öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament.
Warum die Kommission Nein sagte
Die Ablehnung der Europäischen Kommission vom 16. Juni 2026 bezeichnete ein gesetzliches Mandat als unverhältnismäßig zur Compliance-Belastung, die es Publishern auferlegen würde, insbesondere kleinen und mittleren Studios. Der freiwillige Kodex-Ansatz erlaubt der Branche, Bewahrungspraktiken selbst zu regulieren.
Das Ausmaß des zugrunde liegenden Problems hat sich nicht geändert: Über 1.050 dokumentierte Steam-Delistings verfolgen eine "vergriffen"-Pipeline, die unabhängig von der EU-Entscheidung weiterläuft.
Der Kampf verlagert sich auf den Digital Fairness Act
Die Organisatoren von Stop Killing Games kündigten an, ihre Bewahrungsforderungen in den kommenden EU Digital Fairness Act einzubringen, der als Kommissionsvorschlag im vierten Quartal 2026 erwartet wird. Bis Ende Juni 2026 hatten 45 Mitglieder des Europäischen Parlaments eine Anfrage nach legislativen Maßnahmen unterzeichnet.
Warum das unabhängig vom EU-Ergebnis weitergeht
Der zugrunde liegende kommerzielle Druck, der Delistings antreibt, wird unabhängig davon verschwinden, was Regulierer entscheiden. Der Live-Service-Spielemarkt ist übersättigt, und Publisher rationalisieren aufgeblähte Portfolios unter echtem finanziellen Druck.
Worauf für den Rest von 2026 zu achten ist
Der Vorschlag zum Digital Fairness Act im vierten Quartal 2026 ist der nächste echte Entscheidungspunkt. In der Zwischenzeit hat sich die praktische Realität für Verbraucher nicht geändert.