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Weißes Haus erlaubt privaten Unternehmen offensive Cyberoperationen gegen kriminelle Banden

The Guardian
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Weißes Haus erlaubt privaten Unternehmen offensive Cyberoperationen gegen kriminelle Banden

Präsident Trump unterzeichnete am 12. August ein nationales Sicherheits-Präsidialmemorandum, das geprüften privaten US-Unternehmen offensive Cyberoperationen gegen ausländische transnationale kriminelle Organisationen erlaubt, wie The Guardian, The Record und mehrere Cybersicherheitsmedien berichten. Der Schritt macht Jahrzehnte US-amerikanischer Politik rückgängig, die privaten Akteuren generell verbot, gegen Angreifer „zurückzuhacken“ — mit Verweis auf Eskalationsrisiken und rechtliche Komplikationen.

Wie das Programm funktioniert

Das Memorandum weist das National Coordination Center (NCC) an, ein formelles Programm aufzubauen, das teilnehmenden Unternehmen zwei Aktivitätskategorien erlaubt: „Cyber-Überwachungsoperationen“ zur Informationsbeschaffung und aggressivere „Cyber-Effektoperationen“, die digitale Infrastruktur der Zielgruppen manipulieren, stören, beeinträchtigen oder zerstören können. Jede Operation erfordert eine schriftliche Vorabgenehmigung durch Beamte des Justizministeriums und des Ministeriums für Innere Sicherheit, die das Programm gemeinsam beaufsichtigen.

Die Teilnahme steht nicht jeder Sicherheitsfirma offen, die mitmachen möchte. Unternehmen müssen technische, personelle und Sicherheitsprüfungen bestehen, vertragliche Vereinbarungen mit DOJ oder DHS unterzeichnen und eine Kaution oder ein Treuhandkonto von mindestens 1 Million Dollar unterhalten. Trifft die Operation eines Unternehmens versehentlich eine US-Person oder ein US-System, muss sie sofort gestoppt und das NCC benachrichtigt werden — ein eingebauter Schutzmechanismus, der Kollateralschäden durch genehmigte offensive Aktivitäten begrenzen soll.

Was tabu ist

Die Politik zieht eine harte Grenze um das, was sie „kritische Ergebnisse“ nennt: Handlungen, die Tod oder schwere Verletzungen verursachen könnten, oder die nach internationalem Recht als Gewaltanwendung oder bewaffneter Angriff gelten würden. Diese können unabhängig vom Ziel nicht über den Standardgenehmigungsprozess des Programms autorisiert werden. Der erklärte Fokus liegt auf transnationalen kriminellen Organisationen, die Ransomware-Kampagnen, Finanzbetrugssysteme und andere cybergestützte Verbrechen gegen US-Interessen betreiben — nicht auf staatlich verbundener Spionage oder geopolitischen Rivalen, zumindest so, wie die Politik derzeit abgegrenzt ist.

Warum das ein bedeutender Wandel ist

Die US-Cybersicherheitspolitik hat offensive „Gegenhacking“-Aktivitäten privater Akteure historisch als rechtlich riskant und diplomatisch gefährlich behandelt — ein Angriff, der über Infrastruktur in einem Drittland geleitet wird, könnte unabhängig vom tatsächlichen Ziel oder der Absicht des Angreifers wie ein Kriegsakt wirken. Die Formalisierung einer geprüften, staatlich überwachten offensiven Fähigkeit des Privatsektors ist der Versuch des Weißen Hauses, diesen Balanceakt zu meistern: die rechtliche Autorität und Eskalationskontrolle bei DOJ und DHS zu belassen, während die technischen Fähigkeiten privater Unternehmen gegen eine Bedrohungskategorie eingesetzt werden — Ransomware-Banden und Cyberkriminalitätsnetzwerke —, die schneller gewachsen ist als die staatliche Fähigkeit, ihr entgegenzuwirken.

Das National Coordination Center hat 60 Tage ab Unterzeichnung des Memorandums Zeit, um detaillierte Betriebsverfahren zu veröffentlichen, was bedeutet, dass der praktische Umfang des Programms, die Prüfungsschwelle und die ersten Teilnehmer wahrscheinlich erst in mehreren Wochen öffentlich bekannt sein werden. Sicherheitsforscher und Bürgerrechtsgruppen dürften diese Verfahren genau prüfen, angesichts der Geschichte von „Gegenhacking“-Vorschlägen, die Bedenken hinsichtlich der Rechenschaftspflicht aufgeworfen haben, wenn privaten Unternehmen eine Befugnis übertragen wird, die normalerweise Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden vorbehalten ist.

Ursprünglich berichtet von The Guardian. Lesen Sie den Originalartikel für weitere Details.

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