SpaceX und Blue Origin meiden Macrons Pariser Weltraumgipfel nach Druck des Weißen Hauses

Vier amerikanische Raumfahrtunternehmen — SpaceX, Blue Origin, Stoke Space und Starcloud — haben sich vom Pariser Internationalen Weltraumgipfel von Präsident Emmanuel Macron zurückgezogen, nach Druck des Weißen Hauses, bestätigten französische Beamte diese Woche. Die Unternehmen informierten die französischen Behörden am Donnerstag über ihren Rückzug, nur wenige Tage vor Beginn des Gipfels am 9. September.
Der Boykott ist das bisher deutlichste Zeichen eines Kollisionskurses zwischen Washington und Europa um die Kontrolle der wichtigsten Ressourcen der neuen Weltraumwirtschaft: Orbitalpositionen und Funkspektrum. Rund 120 internationale Delegationen wurden eingeladen, darunter chinesische Vertreter.
Washingtons eigentliches Ziel: das EU-Weltraumgesetz
Laut Politico teilte das Office of Science and Technology Policy des Weißen Hauses amerikanischen Raumfahrtunternehmen mit, eine Teilnahme könnte als stillschweigende Unterstützung europäischer Positionen gewertet werden, die Washington ablehnt. Im Zentrum steht das geplante EU-Weltraumgesetz, das die Europäische Kommission im Juni 2025 vorgelegt hat und das jeden Satellitenbetreiber mit EU-Nutzern zu einer vorherigen Genehmigung und einem EU-Rechtsvertreter verpflichten würde.
Der zweite Streitpunkt ist das Frequenzspektrum. Frankreich und Deutschland drängen darauf, mehr Satellitenfrequenzen an europäische Betreiber zu vergeben, darunter das eigene souveräne EU-Satellitennetz IRIS2, das direkt mit SpaceX’s Starlink konkurriert.
Ein Gipfel mit Problemen schon vor dem Boykott
Der Rückzug verstärkt bereits bestehende Probleme. Sechs Personen mit direktem Einblick in die Organisation sagten Politico, der Gipfel liege hinter dem Zeitplan und sei in seinem Zweck unklar.
Der Boykott zielt auf einen Gipfel, nicht auf einen Markt
Ein Detail relativiert die Dramatik: Dieselben vier Unternehmen werden nur eine Woche später zur World Space Business Week in Paris erwartet, wo Starlink und Blue Origin weiterhin auf der Ausstellerliste stehen.
Ursprünglich berichtet von Politico. Lesen Sie den Originalartikel für weitere Details.
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