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Oracle hat innerhalb eines Jahres 21.000 Jobs wegen KI gestrichen – und warnt, dass die Kürzungen noch nicht vorbei sind

CNBC / Bloomberg
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Oracle hat innerhalb eines Jahres 21.000 Jobs wegen KI gestrichen – und warnt, dass die Kürzungen noch nicht vorbei sind

Oracle hat zwischen Mai 2025 und Mai 2026 rund 21.000 Mitarbeiter entlassen – etwa 13 Prozent der globalen Belegschaft – und in seinem Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2026 offengelegt, dass die Einführung von KI der Auslöser war. Der Personalbestand sank im genannten Zeitraum von etwa 162.000 auf 141.000. Im Jahresbericht heißt es unverblümt: „Die Einführung und der Einsatz von KI-Technologien in unseren Geschäftsbereichen haben zu Personalreduzierungen geführt und können dies auch weiterhin tun.“ Dieser Satz, versteckt in einer Pflichtmitteilung, ist eine der direktesten öffentlichen Bestätigungen eines großen Technologiekonzerns, dass KI aktiv eigene Angestellte ersetzt – wie CNBC und Bloomberg berichteten.

Die Kürzungen trafen alle Abteilungen. Vertrieb und Marketing erlitten prozentual den stärksten Rückgang: von 31.000 auf 25.000 Mitarbeiter – ein Minus von 19 Prozent. Das spiegelt Oracles Kalkül wider, dass KI-gestützter Verkauf, Lead-Scoring und Kundenansprache menschliche Account-Teams ersetzen können. Forschung und Entwicklung fielen von 50.000 auf 43.000, Services von 37.000 auf 34.000 und Cloud & Software von 29.000 auf 26.000. Hardware, ohnehin eine kleine Einheit, schrumpfte von 3.000 auf 2.000. Die Reduzierungen waren global: In den USA sank die Mitarbeiterzahl um rund 9.000 (von 58.000 auf 49.000), international um etwa 12.000 (von 104.000 auf 92.000). Oracle gab im Geschäftsjahr 1,84 Milliarden Dollar für Abfindungen und Restrukturierungskosten aus.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Oracle war gleichzeitig einer der aggressivsten Käufer von KI-Infrastruktur: Das Unternehmen ist Gründungsmitglied des Stargate-KI-Infrastruktur-Joint-Ventures mit OpenAI, SoftBank und weiteren Partnern und hat sein Oracle-Cloud-Infrastructure-Rechenzentrumsnetz so schnell ausgebaut, dass es erhebliche Kapitalverpflichtungen einging. Das Muster – massiv in KI-Rechenleistung investieren, während man menschliche Arbeitskräfte abbaut – wird bei Enterprise-Software-Unternehmen zunehmend zum Standard. Doch Oracles Jahresbericht ist ungewöhnlich, weil er den kausalen Zusammenhang explizit benennt, anstatt die Personalreduktionen auf „Restrukturierung“ oder „Effizienzinitiativen“ zurückzuführen.

Die zahlenmäßig am stärksten betroffene Kategorie ist F&E mit 7.000 verlorenen Stellen. Das wirkt nur auf den ersten Blick kontraintuitiv. KI-gestützte Codierungstools, automatisierte Tests und modellgenerierte Dokumentation haben den Arbeitsaufwand für Softwareentwicklungsaufgaben reduziert, die früher große Ingenieurteams erforderten. Oracle, das eines der größten Enterprise-Softwareportfolios der Branche unterhält – Datenbanken, ERP, HCM, CX und Cloud-Infrastruktur – setzt KI in seinen Entwicklungsabläufen ein, was die Zahl der Ingenieure verringert, die für Wartung und Weiterentwicklung benötigt werden.

Die Warnung, dass die Kürzungen „fortgesetzt werden können“, hat echtes Gewicht. Oracle hat wiederholt erklärt, es beabsichtige, einen wachsenden Anteil seiner internen Abläufe – vom Kundensupport über Finanzen bis zur Software-QA – mit eigenen KI-Tools zu automatisieren. Diese Selbstanwendungslogik erzeugt einen sich verstärkenden Effekt: Jede KI-Implementierungswelle reduziert das Personal, das für die nächste Welle benötigt wird. Das Unternehmen ist damit nicht einzigartig, aber es gehört zu den transparentesten in dieser Hinsicht.

Der breitere Kontext ist ein beschleunigter KI-getriebener Personalabbau im gesamten Technologiesektor. Salesforce, IBM und SAP haben ebenfalls Stellen gestrichen und dabei auf KI-Effizienz verwiesen. Doch 21.000 Stellen in einem einzigen Geschäftsjahr bei einem Unternehmen, mit einer expliziten Offenlegung im Jahresbericht, ist ein Datenpunkt, der die Diskussion von „KI könnte Arbeitskräfte irgendwann verdrängen“ zu „KI verdrängt Arbeitskräfte jetzt, in dokumentiertem Umfang, innerhalb der Unternehmen, die sie entwickeln“ verschiebt. Für den Arbeitsmarkt ist Oracles Meldung weniger eine Warnung als eine Bestätigung.

Originally reported by CNBC / Bloomberg. Read the original article for additional details.

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