AIO APEX

Moonshot AI sucht Zustimmung der Investoren für Hongkong-IPO mit 30-Milliarden-Dollar-Bewertung

The Next Web / Bloomberg
Teilen:
Moonshot AI sucht Zustimmung der Investoren für Hongkong-IPO mit 30-Milliarden-Dollar-Bewertung

Ein von Kimi K3 befeuerter IPO-Anlauf

Das in Peking ansässige Unternehmen Moonshot AI hat Investoren mitgeteilt, dass es innerhalb der nächsten sechs Monate einen Börsengang (IPO) in Hongkong vorbereitet, berichtete Bloomberg am 19. Juli. Das Unternehmen hat offiziell eine Aktionärsresolution verteilt, die die Zustimmung der Investoren für die Notierung einholt – der formelle erste Schritt im Hongkonger Debütprozess –, während es kurz vor dem Abschluss einer Finanzierungsrunde steht, die das drei Jahre alte Startup mit über 30 Milliarden Dollar bewerten dürfte.

Das Timing ist kein Zufall. Moonshot hatte bereits vor dem 16. Juli leise die Vorbereitungen für einen IPO getroffen, als es Kimi K3 vorstellte – ein Open-Weight-Modell mit 2,8 Billionen Parametern, das auf mehreren Benchmarks Spitzenleistungen erzielte und die globalen Technologieaktien am Tag seiner Veröffentlichung deutlich fallen ließ. Die Marktreaktion des Modells gab der IPO-These eine live erlebte, reale Demonstration, die kein Pitch Deck für Investoren nachbilden konnte.

Bewertung in sieben Monaten versiebenfacht

Das Tempo des Bewertungsanstiegs von Moonshot ist bemerkenswert. Das Unternehmen wurde im Dezember 2025 mit rund 4,3 Milliarden Dollar bewertet. Die jetzt laufende neue Finanzierungsrunde dürfte das Startup mit über 30 Milliarden Dollar bewerten – eine mehr als siebenfache Steigerung in weniger als einem Jahr. Der Annual Recurring Revenue (ARR) erreichte im Juni 300 Millionen Dollar, gegenüber 200 Millionen Dollar im April, angetrieben durch die schnelle Aufnahme von Kimi-Konsumentenabonnements und Enterprise-API-Verträgen.

Moonshot hat bereits begonnen, seine Offshore-„Red-Chip“-Variable-Interest-Entity-Struktur (VIE) abzubauen, eine regulatorische Voraussetzung für einen saubereren Börsengang in Hongkong gemäß den von der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde aktualisierten Regeln. China International Capital Corp (CICC) und Goldman Sachs führen Berichten zufolge Gespräche über die Begleitung des Angebots. Moonshot reagierte nicht auf Anfragen nach einem Kommentar.

Ein Wettlauf um die Festlegung des chinesischen KI-Benchmarks an öffentlichen Märkten

Moonshots Schritt ist Teil eines breiteren IPO-Wettrennens unter Chinas führenden KI-Labors. DeepSeek, das in Hangzhou ansässige Labor, dessen kostengünstige Modelle im vergangenen Jahr weltweit für Aufsehen sorgten, plant seine eigene Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund 500 Milliarden Yuan (etwa 74 Milliarden Dollar) vor einem möglichen Börsengang am STAR-Markt in Shanghai bereits im Jahr 2027. Beide Unternehmen repräsentieren eine neue Klasse chinesischer KI-Labors, die in weniger als drei Jahren von null auf Milliardenunternehmen gewachsen sind.

Moonshot wurde von Yang Zhilin mitgegründet, einem ehemaligen Professor der Tsinghua-Universität, der bei Meta und Google gearbeitet hat. Die Produktpalette reicht über den Kimi-Chatbot hinaus und umfasst Kimi Work (ein Allzweck-KI-Agent), Kimi Code und gestaffelten API-Zugang. Der ARR liegt noch hinter Konkurrenten wie Z.AI zurück, das auf dem Weg zu einem Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar ist, aber die Resonanz auf Kimi K3 gibt Moonshot eine glaubwürdige Frontier-AI-Story, die sie öffentlichen Marktanlegern präsentieren können.

Was als Nächstes kommt

Ein Börsengang in Hongkong dauert in der Regel sechs bis zwölf Monate von der Einleitung einer Aktionärsresolution bis zum tatsächlichen Debüt, sodass der frühe 2027 das wahrscheinlichste Notierungsfenster ist. Die VIE-Entflechtung, die Auswahl der Investmentbanken, regulatorische Einreichungen und die Prospektprüfung müssen zunächst erfolgen. Bei Erfolg wäre die Notierung eines der größten chinesischen KI-Technologieangebote überhaupt und würde den ersten offenen Bewertungsbenchmark für einen Sektor setzen, der sich bislang ausschließlich in privaten Runden bepreist hat.

Der Schritt signalisiert eine strategische Verschiebung: Chinesische KI-Labore tauschen zunehmend die Intransparenz privater Runden gegen die Glaubwürdigkeit, Liquidität und globale Investorenbasis, die nur ein öffentlicher Börsengang bietet. Für Moonshot hat Kimi K3 die Leistungsthese bewiesen. Der Hongkong-IPO ist der Weg, wie das Unternehmen die Geschäftsthese beweisen will.

Quelle: Bloomberg, berichtet am 19. Juli 2026, über The Next Web und Taipei Times.

Originally reported by The Next Web / Bloomberg. Read the original article for additional details.

View original source
Teilen: