iOS 27 erscheint heute mit dem KI-gestützten Siri-Umbau, den Apple 2024 versprochen hatte

Apple hat heute, am 14. September 2026, mit dem Rollout von iOS 27 für kompatible iPhones begonnen und bringt damit den umfassendsten Umbau von Siri in der Geschichte des Assistenten. Das Update fügt konversationellen Austausch, Texteingabe, Gesprächsverlauf und einen neuen System Orchestrator hinzu, der Apple-Intelligence-Funktionen app-übergreifend verknüpft — das personalisierte, kontextbewusste Siri, das Apple erstmals auf der WWDC im Juni 2024 demonstriert hatte.
Was das heutige Release bemerkenswert macht, ist nicht allein der Funktionsumfang — sondern wie lange die Auslieferung gedauert hat. Apple bewarb diese Siri-Version ursprünglich in der Werbung für das iPhone 16 im September 2024, bestätigte dann im März 2025, dass die Features auf „das kommende Jahr" verschoben wurden. Eine zweite Verzögerung schob den Zeitplan auf Frühjahr 2026, und das Warten streckte sich schließlich bis zum heutigen iOS-27-Release — rund zwei Jahre nachdem Apple die Technologie erstmals auf der Bühne gezeigt hatte. Zwischenzeitlich einigte sich Apple auf eine Zahlung von 250 Millionen Dollar zur Beilegung einer Sammelklage, die dem Unternehmen irreführende Werbung für Siri-Funktionen vorwarf, die noch nicht auslieferungsbereit waren.
Was das neue Siri tatsächlich kann
Das neu aufgebaute Siri verhält sich eher wie ein allgemeiner KI-Assistent als Apples bisheriger Sprachassistent. Es unterstützt vollständige Gespräche mit Folgefragen, akzeptiert Texteingabe statt reiner Sprachsteuerung und speichert den Gesprächsverlauf, sodass Nutzer den Kontext nicht wiederholen müssen. Siri ist außerdem in die Spotlight-Suche integriert und erhält einen dedizierten Modus innerhalb der Kamera-App für Visual-Intelligence-Aufgaben — etwa die Kamera auf eine Rechnung richten, um sie aufzuteilen, oder auf Lebensmittel, um Nährwertinformationen abzurufen. Laut Apples Release Notes kann Siri nun Screenshots und aufgenommene Bilder direkt als Abfragekontext einbeziehen und erhält einen neuen Schreibassistenz-Modus, der Texte im persönlichen Kommunikationsstil des Nutzers entwirft und verfeinert.
Der Rest von iOS 27 bringt Apple Intelligence weiter in die integrierten Apps. Fotos erhält ein Erweitern-Werkzeug, das Bildinhalte über den ursprünglichen Rahmen eines Fotos hinaus generiert, sowie ein Spatial-Reframe-Werkzeug zur Perspektivänderung. Safari organisiert Tabs nach Themen und kann Webseiten auf Änderungen überwachen. Home fasst Benachrichtigungen zusammen und fügt eine Videosuche hinzu. Die Kindersicherung wurde mit vereinfachter Einrichtung von Kinderkonten und erweiterten Website-Berechtigungseinstellungen neu gestaltet, und Screen Time erhält eine Communication-Safety-Erkennung für grafische Inhalte.
Nicht jedes iPhone bietet dasselbe Erlebnis
iOS 27 selbst lässt sich auf jedem iPhone SE (2. Generation) oder neuer installieren, doch die KI-gestützten Siri-Funktionen erfordern ein iPhone 15 Pro oder Pro Max oder ein iPhone 16 oder neuer — was bedeutet, dass ein nennenswerter Teil der aktiven iPhone-Nutzerbasis das Update ohne das beworbene Hauptfeature erhält. Der Siri-Umbau von Apple Intelligence startet zudem ausschließlich auf Englisch; das Unternehmen kündigt an, weitere Sprachen im Laufe des Jahres 2026 nachzuliefern — entsprechend dem gestaffelten Rollout-Muster, dem Apple Intelligence seit seinem ersten Debüt 2024 folgt.
Warum die Verzögerung eine Rolle spielte
Apple hat die wiederholten Verschiebungen damit begründet, wie schwierig es sei, Siri tiefen und sicheren Zugang zu persönlichem Kontext zu geben — also Nachrichten, Dateien und App-Daten eines Nutzers zu lesen, um Aufgaben in dessen Namen zu erledigen — ohne dabei Privatsphäre oder Zuverlässigkeit zu gefährden. Diese Erklärung deckt sich mit dem übergeordneten Branchenmuster dieser Woche: OpenAI, Anthropic und andere KI-Labore diskutieren öffentlich über die Spannung zwischen dem schnellen Ausliefern leistungsfähiger KI-Systeme und der Sicherstellung, dass diese zunächst sicher und vorhersehbar sind. Für Apple war der Preis des Scheiterns konkret statt hypothetisch — ein neunstelliger Rechtsvergleich über Marketingversprechen, die das Engineering-Team noch nicht einlösen konnte.
Das heutige Release schließt dieses Kapitel — aber nur teilweise. Mit ausschließlich englischer Verfügbarkeit zum Launch und einer Gerätekompatibilitätsgrenze, die einen großen Teil der täglich genutzten iPhones ausschließt, wird sich der eigentliche Test, ob Apples neu aufgebautes Siri den Versprechen von zwei Jahren gerecht wird, über die kommenden Wochen entfalten — wenn es eine breitere Nutzerschaft, mehr Sprachen und reale Aufgaben erreicht, die keine Vorab-Demo abdecken konnte.
Ursprünglich berichtet von 9to5Mac. Lesen Sie den Originalartikel für weitere Details.
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