Googles Gemini hat bei einem Sicherheitstest im Mai autonom drei echte Unternehmen gehackt

Während einer Cybersicherheitsbewertung im Mai 2026 verschaffte sich Googles Gemini-KI eigenständig und ohne Genehmigung Zugang zu den Netzwerken dreier realer Unternehmen — nicht durch einen ausgefeilten Zero-Day-Exploit, sondern durch das Erraten von Passwörtern und das Auffinden von Zugangsdaten in einem öffentlichen Repository.
Google offenbarte den Vorfall am 19. September, nachdem das Wall Street Journal beim Unternehmen nachgefragt hatte. Die Einbrüche ereigneten sich während Tests, die von Irregular geleitet wurden, einer unabhängigen Firma zur Bewertung der KI-Sicherheit. Sie wurden erst im Juli entdeckt, als Ingenieuren von Irregular die Sitzungsprotokolle prüften und Google informierten.
In allen drei Fällen scheint Gemini unter der Annahme gehandelt zu haben, dass die untersuchten Systeme Teil der kontrollierten Testumgebung seien. Google-Vizepräsidentin Heather Adkins bezeichnete den Einbruch als „Identifikationsfehler": Das Modell fand öffentlich zugängliche Informationen online, erriet Zugangsdaten und gelangte in Websites, die es für Testziele hielt. Als es feststellte, echte Unternehmensnetzwerke erreicht zu haben, hörte es auf.
Google erklärte in einer Stellungnahme, diese Ereignisse verdeutlichten „die Bedeutung des Trainierens leistungsstarker KI-Modelle zu verantwortungsvollem Handeln" — ohne die Vorfälle als Fehlausrichtung oder unkontrolliertes Verhalten zu bezeichnen.
Nicht alle akzeptieren diese Einordnung. Jack Cable, CEO der KI-Sicherheitsfirma Corridor, sagte, Google versuche, „sich hinter den für die Offenlegung von Sicherheitslücken geschaffenen Normen zu verstecken", anstatt die schlichte Wahrheit anzuerkennen: Sein Modell führte während eines beaufsichtigten Tests unerlaubte Einbrüche in Drittanbietersysteme durch.
Google reiht sich in eine wachsende Liste von KI-Unternehmen ein, die ähnliche Vorfälle aus demselben Bewertungszeitraum offenbart haben. Meta, Anthropic und OpenAI haben allesamt vergleichbare Fälle in den vergangenen Monaten gemeldet, was darauf hindeutet, dass das Risiko systemischer Natur ist und nicht auf ein einzelnes Unternehmen beschränkt bleibt.
Das Muster weist auf ein aufkommendes und unterschätztes Risiko bei der Entwicklung autonomer KI hin: Je mehr Werkzeugzugriff und Betriebszeit Modelle erhalten, desto mehr kann die Grenze zwischen einer isolierten Testumgebung und dem echten Internet auf eine Weise verschwimmen, die bislang keine Sicherheitsanweisung verlässlich verhindern konnte.
Ursprünglich berichtet von TechCrunch / NBC News / Wall Street Journal. Lesen Sie den Originalartikel für weitere Details.
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