Google unterstützt Proxima Fusion bei einer Kapitalerhöhung von 411 Millionen Euro für das erste Fusionskraftwerk Europas.

Das deutsche Kernfusions-Start-up Proxima Fusion hat eine Finanzierungsrunde über 411 Millionen Euro (ca. 468 Millionen US-Dollar) bei einer Bewertung von 2,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Google beteiligt sich als strategischer Investor, ebenso wie der deutsche Energieriese RWE und ein Konsortium europäischer Geldgeber.
Diese Runde markiert Googles erste Fusionsinvestition in Europa. Das Unternehmen hatte zuvor das in Massachusetts ansässige Commonwealth Fusion Systems unterstützt, das einen anderen Reaktortyp verwendet. Googles Einstieg zeigt, dass das Interesse der großen Tech-Konzerne an der Fusion – angetrieben von der Aussicht auf reichlich vorhandenen, CO2-freien Grundlaststrom – über die US-Grenzen hinaus expandiert.
Der Stellarator-Ansatz
Proxima entwickelt Stellaratoren, keine Tokamaks. Die meisten Fusionsunternehmen, darunter Commonwealth Fusion und ITER, verfolgen das Tokamak-Design, bei dem ein Plasmaring durch eine Kombination aus externen Magneten und einem plangetriebenen Strom aufrechterhalten wird. Stellaratoren stützen sich vollständig auf externe Magnetspulen, die so geformt sind, dass das Plasma in einer verdrillten Konfiguration gehalten wird. Dadurch sind sie von Natur aus stabiler und für den Dauerbetrieb geeignet – aber historisch gesehen viel schwieriger präzise zu konstruieren, um im großen Maßstab zu funktionieren.
Proxima setzt darauf, dass moderne KI-gesteuerte Engineering-Tools und fortschrittliche Fertigungsmethoden eine hochpräzise Stellarator-Konstruktion erstmals praktikabel machen. Das Unternehmen beschäftigt 200 Mitarbeiter an Standorten in München, Zürich und Oxford.
Die Finanzierung und wofür sie verwendet wird
Die Runde wurde von XTX Ventures und East X Ventures angeführt, mit Beteiligung von Google, RWE, SKion, KfW (der deutschen staatlichen Förderbank), SPRIN-D und Burda Principal Partners. Auch die bestehenden Investoren UVC Partners, Cherry Ventures, Plural und Balderton steuerten bei. Insgesamt hat Proxima nun mehr als 650 Millionen Euro eingesammelt, darunter 95 Millionen Euro an öffentlichen Zuschüssen.
Das neue Kapital fließt in Alpha, einen Demonstrations-Stellarator im Wert von 2 Milliarden Euro. Die bayerische Landesregierung hat bereits 400 Millionen Euro zugesagt, sodass die bestätigten Mittel nun bei 800 Millionen Euro liegen. Proxima beantragt weitere 1,2 Milliarden Euro von der deutschen Bundesregierung; eine Entscheidung wird für 2026 erwartet.
Zeitplan
Alpha soll Anfang der 2030er Jahre fertiggestellt werden. Falls die Demonstration gelingt, planen Proxima und RWE den Bau des ersten kommerziellen Kraftwerks auf dem Gelände des ehemaligen bayerischen Kernkraftwerks Gundremmingen – mit dem Ziel, Mitte der 2030er Jahre in Betrieb zu gehen.
Ob diese Zeitpläne eingehalten werden können, hängt nicht nur vom technischen Fortschritt ab, sondern auch von der Entscheidung der deutschen Bundesregierung über die Förderung. Der nächste Zuschussantrag über 1,2 Milliarden Euro ist damit einer der wichtigsten kurz- bis mittelfristigen Meilensteine für den europäischen Fusionssektor.
Wie Sifted berichtet, erhöht sich die Gesamtfinanzierung von Proxima durch diese Runde auf über eine Milliarde Euro, wenn man das bisherige Kapital und die öffentlichen Zuschüsse einbezieht.
Originally reported by Sifted. Read the original article for additional details.
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