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Getty Images Aktie springt um 200% nach Lizenzabkommen mit OpenAI

Bloomberg
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Getty Images Aktie springt um 200% nach Lizenzabkommen mit OpenAI

Getty Images verzeichnete am Montag im vorbörslichen Handel einen Kursanstieg von rund 200 %, nachdem das Unternehmen eine Lizenzpartnerschaft mit OpenAI bekannt gegeben hatte. Diese Integration von Gettys umfangreicher Bildbibliothek in die Suchfunktionen von ChatGPT ist einer der größten Content-Lizenzverträge im KI-Zeitalter – und eine bemerkenswerte Kehrtwende für ein Unternehmen, das seine juristische Identität zuletzt vor allem im Kampf gegen KI-Firmen gefunden hatte, die ohne Erlaubnis auf seine Bilder trainierten.

Die genauen Vertragsbedingungen wurden nicht vollständig offengelegt, doch die Partnerschaft sieht vor, dass Gettys professionell kuratierte, kommerziell lizenzierte Fotobibliothek – mit über 500 Millionen Bildern – in den Such- und Generierungsfunktionen von ChatGPT verfügbar wird. Laut einem Bericht von Bloomberg können OpenAI-Nutzer, die nach Bildern suchen oder ChatGPT mit visuellen Anfragen prompten, künftig auf Gettys lizenzierte Stockfotografie zugreifen, ergänzt durch generierte Ergebnisse.

Die Ironie des Deals ist kaum zu übersehen. 2023 reichte Getty Images eine richtungsweisende Klage gegen Stability AI, den Entwickler von Stable Diffusion, ein. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe mehr als 12 Millionen Getty-Bilder ohne Lizenz oder Vergütung gescrapt und darauf trainiert. Dieser Fall – zusammen mit ähnlichen Klagen von Illustratoren und Fotografen – half, die rechtlichen Bruchlinien des KI-Urheberrechts zu definieren. Getty war dabei einer der aggressivsten und glaubwürdigsten Kläger, nicht zuletzt wegen der lückenlosen Dokumentation, welche Bilder genau verwendet wurden.

Die OpenAI-Vereinbarung deutet darauf hin, dass Gettys juristische Strategie nicht nur auf Schadensersatz abzielte, sondern darauf, Hebel für genau diese Art von lizenzierter Partnerschaft zu schaffen. Indem Getty 2023 eine harte rechtliche Linie zog, positionierte sich das Unternehmen möglicherweise als strukturierte, compliance-orientierte Option für KI-Firmen, die heute legitime Content-Partnerschaften brauchen, um regulatorische und reputationsbezogene Risiken zu vermeiden.

Für OpenAI liefert der Deal etwas zunehmend Wertvolles: einen rechtssicheren, lizenzierten Bildkorpus mit klarer Herkunft, Model Releases und kommerziellen Rechten. Während Regierungen in der EU und anderswo die Anforderungen an die Transparenz von Trainingsdaten verschärfen, gewinnen Partnerschaften mit etablierten Rechteinhabern strategisches Gewicht – weit über den reinen Content hinaus.

Der Kurssprung von 200 % spiegelt sowohl das Volumen des Deals wider als auch die Erleichterung der Investoren, dass Getty – ein Unternehmen, dessen Kerngeschäft durch kostenlose Bildplattformen und KI-Generierung stark unter Druck geraten war – einen glaubwürdigen Weg nach vorn gefunden hat. Vor der Ankündigung handelte die Getty-Aktie nahe Mehrjahrestiefs, während Analysten infrage stellten, ob professionelle Stockfotografie gegen die kommodifizierte KI-Generierung bestehen könne.

Der Deal schließt ein Kapitel der KI-Urheberrechtskriege und öffnet ein neues: die Frage, ob Lizenzvereinbarungen mit großen Rechteinhabern zum Industriestandard werden oder ob kleinere Kreative ohne Gettys Größe weiterhin ohne rechtliche Handhabe bleiben – wie Bloomberg zuerst berichtete.

Originally reported by Bloomberg. Read the original article for additional details.

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