Die EU verlangt von Google, Android für rivalisierende AI-Dienste zu öffnen

Die Europäische Kommission hat vorläufige Maßnahmen vorgestellt, die Google dazu zwingen würden, zentrale Android-Funktionen für konkurrierende AI-Dienste zu öffnen. Damit beginnt eine neue Phase der Anwendung des Digital Markets Act auf AI-Plattformen. Der am 27. April veröffentlichte Vorschlag würde Drittanbietern deutlich tieferen Zugriff auf Android-Apps und Gerätefunktionen geben, die heute eng an Googles eigene Dienste wie Gemini gebunden sind.
Das ist relevant, weil sich der nächste Plattformkampf von Search und App Stores hin zu AI assistants verlagert. Wenn Regulierer zu dem Schluss kommen, dass die Kontrolle über Android inzwischen auch umfasst, welcher AI-Dienst Nachrichten senden, Aktionen in Apps auslösen oder auf ein wake word reagieren darf, könnte das den Wettbewerb bei mobile AI in Europa spürbar verändern. Zugleich ist es eines der deutlichsten Signale bisher, dass AI assistants nicht mehr nur als Produktfunktion, sondern als Wettbewerbsfrage behandelt werden.
Nach den vorläufigen Feststellungen der Kommission sollten konkurrierende AI-Dienste Aufgaben über die bevorzugten Apps der Nutzer ausführen können, etwa E-Mails versenden, Essen bestellen oder Fotos teilen. Der Entwurf sieht außerdem vor, dass Nutzer rivalisierende Tools mit einem eigenen wake word aktivieren können, statt dieses Integrationsniveau allein Googles eigener Assistant-Schicht vorzubehalten. Die Kommission hat dazu eine öffentliche Konsultation eröffnet, Stellungnahmen sind bis zum 13. Mai möglich.
Die größere Folge ist, dass Google AI-Interoperabilität auf Android womöglich ähnlich behandeln muss wie frühere DMA-Verfahren Browser, Search defaults und App-Vertrieb behandelt haben. Das würde kleineren AI-Unternehmen einen direkteren Weg zu Nutzern eröffnen, wirft aber auch schwierige Fragen zu Datenschutz, Sicherheit und dem Umfang systemnaher Zugriffe auf, die Regulierer verlangen dürfen. Klar ist jedenfalls schon jetzt, wie die Mitteilung der EU-Kommission zeigt: Die Debatte über Wettbewerb im mobilen Markt reicht inzwischen bis tief in den AI stack hinein.
Originally reported by European Commission. Read the original article for additional details.
View original source