Niederländische Behörde verhängt fast 1-Milliarde-Dollar-Bußgeld gegen Uber wegen automatisierter Fahrer-Deaktivierungen

Die niederländische Datenschutzbehörde (Autoriteit Persoonsgegevens) hat Uber mit 825 Millionen Euro — rund 966 Millionen Dollar — belegt, weil das Unternehmen Fahrerkonten über automatisierte Prozesse ohne ausreichende menschliche Aufsicht deaktivierte. Dies gab die Behörde am 23. August 2026 bekannt, wie zuerst TechCrunch berichtete.
Die Untersuchung ergab, dass Uber Fahrerkonten mithilfe automatisierter Systeme ohne ausreichende menschliche Überprüfung oder vorherige Benachrichtigung der Betroffenen sperrte und dauerhaft deaktivierte — ein Verstoß gegen DSGVO-Bestimmungen, die vollständig automatisierte Entscheidungen mit erheblichen Folgen für Einzelpersonen einschränken. Stellvertretende Vorsitzende Monique Verdier sagte unmissverständlich: «Ein Computer sollte nicht allein Entscheidungen mit großen Konsequenzen treffen.»
Eine wiederkehrende Beschwerde gegen Gig-Economy-Plattformen
Der Fall geht auf eine Beschwerde eines französischen Uber-Fahrers aus dem Jahr 2019 zurück, dessen Konto deaktiviert wurde. Die Beschwerde wurde von einer Schweizer Non-Profit-Organisation für digitale Rechte weiterverfolgt und hat nun zur dritten niederländischen Geldstrafe gegen Uber wegen ähnlicher Datenpraktiken geführt.
Uber widerspricht der Feststellung. Ein Unternehmenssprecher sagte: «Wir sind mit dieser Entscheidung und dieser unverhältnismäßigen Geldstrafe entschieden nicht einverstanden», und argumentierte, dass die meisten Kontosperrungen vorübergehend seien und dauerhafte Deaktivierungen vor der endgültigen Umsetzung eine menschliche Überprüfung durchlaufen. Uber wird voraussichtlich Berufung einlegen.
Warum das über Uber hinaus wichtig ist
Die Geldstrafe reiht sich in eine wachsende Zahl von EU-Durchsetzungsmaßnahmen gegen Plattformen ein, die sich bei der Verwaltung von Arbeitskräften auf algorithmische Entscheidungsfindung verlassen. Für jedes Unternehmen, das Gig- oder Vertragsarbeitskräfte in der EU beschäftigt, unterstreicht das Urteil, dass automatisierte Deaktivierungssysteme einen dokumentierten Schritt der menschlichen Überprüfung benötigen, bevor Konsequenzen eintreten.
Die Summe von 825 Millionen Euro zählt zu den größten bisher verhängten DSGVO-Bußgeldern und erfolgt, während EU-Regulierungsbehörden die Kontrolle über KI-gesteuerte automatisierte Entscheidungssysteme weiter verschärfen.
Ursprünglich berichtet von TechCrunch. Lesen Sie den Originalartikel für weitere Details.
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