Kryptos wichtigstes Regulierungsgesetz scheitert im Senat, 14 Stimmen zu wenig

Der Digital Asset Market Clarity Act scheiterte am 15. September mit 46 zu 43 Stimmen an einer Cloture-Abstimmung im Senat und verfehlte damit die für eine volle Plenardebatte nötigen 60 Stimmen um 14. Der Gesetzentwurf, der erstmals einen umfassenden bundesweiten Rahmen für die Regulierung digitaler Vermögenswerte geschaffen hätte — mit einer Aufteilung der Aufsicht zwischen SEC und CFTC —, war im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen im Repräsentantenhaus verabschiedet worden und hatte im Mai den Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9 Stimmen passiert.
Wer abgesprungen ist, und warum
Sieben Demokraten, die monatelang über die Bedingungen des Gesetzes verhandelt hatten, stimmten gegen die Weiterleitung: Kirsten Gillibrand, Mark Warner, Cory Booker, Raphael Warnock, Ruben Gallego, Angela Alsobrooks und Catherine Cortez Masto. Ihr erklärter Einwand betraf vor allem die Ethikvorschriften — die Demokraten wollten strengere Regeln, die Bundesbeamte und ihre Angehörigen verpflichten, größere Bestände an digitalen Vermögenswerten innerhalb von 180 Tagen zu veräußern oder in Blind Trusts zu überführen, eine Vorschrift, die direkt auf Präsident Trumps eigene Krypto-Geschäfte abzielte, die Berichten zufolge rund 1,4 Milliarden Dollar wert sind.
Zwei weitere Streitpunkte blieben unter dem Ethikstreit ungelöst: Schutzbestimmungen und Haftungsregeln für DeFi-Entwickler sowie eine Klausel zu Stablecoin-Renditen, die laut Branchenschätzungen rund 1,35 Milliarden Dollar an jährlichen Einnahmen aus Coinbases USDC-Belohnungsprogramm betreffen würde. Die Republikaner hielten dagegen, sie hätten über Monate hinweg 126 inhaltliche Änderungen auf Wunsch der Demokraten in das Gesetz eingearbeitet. Senatorin Cynthia Lummis, eine der führenden republikanischen Architektinnen des Gesetzes, äußerte sich unverblümt zum Ausgang: Scheitere die Cloture-Abstimmung, sei es, in ihren Worten, vorbei.
Was mit der Abstimmung stirbt
Der Rahmen des Clarity Act hätte der CFTC die alleinige Zuständigkeit für Spotmärkte digitaler Rohstoffe übertragen und die SEC für Wertpapiere und Anlageverträge zuständig belassen — jene jurisdiktionelle Klarheit, für die die Kryptoindustrie seit dem durchsetzungslastigen Kurs der SEC unter der Biden-Regierung wirbt. Da der Gesetzentwurf für den Rest von 2026 nun faktisch tot ist, hatten Analysten der Verabschiedung schon vor der Abstimmung nur rund 20 Prozent Erfolgschance eingeräumt; ein neuer Kongress müsste den Prozess 2027 von vorne beginnen.
Reaktionen der Branche
Coinbase-CEO Brian Armstrong hatte sich vor der Abstimmung öffentlich optimistisch gezeigt und steht nun vor einem Rückschlag bei einer der wichtigsten regulatorischen Prioritäten der Börse. Der CEO von Ripple machte unumwunden die demokratische Politik dafür verantwortlich, dass Monate überparteilicher Verhandlungen entgleist seien, und kündigte eine weitere Analyse der Gründe an. Für eine Branche, die seit Jahren argumentiert, regulatorische Unklarheit auf Bundesebene sei ihr größtes Hindernis für die institutionelle Akzeptanz, bedeutet dies in der Praxis, dass diese Unklarheit fortbesteht — SEC und CFTC werden weiter nach dem derzeitigen Flickenteppich aus Durchsetzungsmaßnahmen und informellen Leitlinien agieren statt nach einem klaren gesetzlichen Rahmen, voraussichtlich bis zum Ende des laufenden Kongresses.
Ursprünglich berichtet von CoinGape. Lesen Sie den Originalartikel für weitere Details.
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