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Kalifornien verklagt BP, Walmart und vier weitere Tankstellenketten wegen Nutzung von KI zur Koordinierung von Preiserhöhungen

Bloomberg
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Kalifornien verklagt BP, Walmart und vier weitere Tankstellenketten wegen Nutzung von KI zur Koordinierung von Preiserhöhungen

Am Montag haben Verbraucher in Kalifornien eine class-action-Klage gegen sechs der größten Tankstellenbetreiber des Bundesstaates eingereicht – BP, Marathon Petroleum, 7-Eleven, Walmart, Circle K und Albertsons. Ihnen wird vorgeworfen, mit Hilfe eines KI-gestützten Pricing-Algorithmus die Benzinpreise an über 1.700 Tankstellen gemeinsam in die Höhe getrieben zu haben. Die Klage, eingereicht beim Bundesgericht in Sacramento, beruft sich auf den California Assembly Bill 325, ein Gesetz, das am 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist. Es ist einer der ersten Fälle, der testet, ob die gemeinsame Nutzung eines KI-Pricing-Tools als illegale Preisabsprache unter das Kartellrecht des Bundesstaates fällt, wie Bloomberg berichtet.

Im Zentrum des Falls steht Kalibrate Fuel Systems, ein kommerzieller Pricing-Algorithmus, der die Zapfsäulenpreise automatisch anpasst – basierend auf Daten, die von den teilnehmenden Händlern geteilt werden. Die Klage behauptet, dass die Beklagten durch die Nutzung desselben Tools und die Einspeisung vertraulicher Preisinformationen de facto ihre Preise koordiniert hätten – in einer Art und Weise, die bei einem menschlichen Kartell illegal wäre. Die Benzinpreise lagen in Teilen Kaliforniens während einer Phase erhöhter Energiekosten infolge der Spannungen zwischen den USA und dem Iran bereits bei über 7 Dollar pro Gallone. Die Klage wirft Kalibrate vor, die Preise zusätzlich um 22 Cent pro Gallone für Normalbenzin und 33 Cent pro Gallone für Diesel in die Höhe getrieben zu haben.

Die rechnerische Dimension des angeblichen Schadens ist beträchtlich. Jeder zusätzliche Cent pro Gallone kostet die Autofahrer in Kalifornien laut Klageschrift rund 134 Millionen Dollar pro Jahr. Eine Erhöhung um 22 Cent, aufrechterhalten an über 1.700 Stationen, bedeutet eine Umverteilung von Milliarden Dollar von kalifornischen Verbrauchern zu den beklagten Tankstellenbetreibern – für den von der Klage erfassten Zeitraum.

AB 325, die rechtliche Grundlage der Klage, wurde explizit mit Blick auf KI-gesteuerte Preisgestaltung verfasst. Das Gesetz verbietet es, „einen gemeinsamen Pricing-Algorithmus zu verwenden oder zu verteilen, der Teil eines Vertrags, einer Kombination in Form eines Trusts oder einer Verschwörung zur Handelsbeschränkung ist." Das Gesetz war eine direkte Reaktion auf eine wachsende Zahl wirtschaftswissenschaftlicher Studien und Gerichtsverfahren, die argumentieren, dass konkurrierende Unternehmen, die dasselbe algorithmische Tool nutzen – selbst ohne direkte Kommunikation – das Tool selbst als Mechanismus für kartellähnliche Koordination einsetzen können. Ähnliche Argumente wurden in Mietrechtsfällen rund um den RealPage-Algorithmus vorgebracht, wo Vermieter, die dieselbe Software nutzten, beschuldigt wurden, faktisch Mietabsprachen getroffen zu haben, ohne ein Wort zu wechseln.

Die rechtlichen Implikationen gehen weit über Benzinpreise hinaus. Sollte das Gericht in Kalifornien feststellen, dass die Beklagten gegen AB 325 verstoßen haben, indem sie Kalibrate einsetzten, wäre dies ein wichtiger Präzedenzfall: Die Übernahme eines gemeinsamen Pricing-Algorithmus begründet ein Kartellrisiko, unabhängig davon, ob die Unternehmen direkt koordiniert haben. Ebenso bedeutsam ist die Frage, ob Kalibrate selbst – als Verteiler des Tools – haftbar gemacht werden kann. Der Wortlaut von AB 325 erfasst sowohl Nutzer als auch Verteiler gemeinsamer Pricing-Algorithmen, was bedeutet, dass sowohl die Tankstellenunternehmen als auch der Softwareanbieter rechtliche Konsequenzen tragen müssten.

Alle sechs beklagten Unternehmen haben es abgelehnt, sich öffentlich zu der Klage zu äußern. Auch Kalibrate, das sich selbst als Branchenstandard für die Optimierung von Kraftstoffeinzelhandelspreisen vermarktet und in über 60 Ländern tätig ist, reagierte nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Der Fall wird von Einzelhändlern aus zahlreichen Branchen – von Fluggesellschaften über Hotels bis hin zu Supermarktketten – aufmerksam verfolgt werden, in denen gemeinsame algorithmische Pricing-Tools zur Standardinfrastruktur geworden sind.

Originally reported by Bloomberg. Read the original article for additional details.

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