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Bending Spoons erlöst 1,68 Milliarden Dollar bei Nasdaq-IPO – Aktie steigt um 40 Prozent

Bloomberg
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Bending Spoons erlöst 1,68 Milliarden Dollar bei Nasdaq-IPO – Aktie steigt um 40 Prozent

Bending Spoons, der Mailänder Tech-Konzern, der AOL, Vimeo, Evernote, Meetup, Eventbrite und WeTransfer besitzt, ging am 1. Juli 2026 an der Nasdaq Global Select Market an die Börse. Das Unternehmen nahm 1,68 Milliarden Dollar ein und verzeichnete zum Handelsschluss ein Kursplus von fast 40 Prozent.

Der IPO-Preis lag bei 29 Dollar pro Aktie; insgesamt wurden 57,9 Millionen Aktien unter dem Ticker BSP platziert. Die Aktie schloss den ersten Handelstag bei 40,50 Dollar – ein Plus von 39,7 Prozent. Damit stieg die Marktkapitalisierung von Bending Spoons auf über 25 Milliarden Dollar – mehr als das Doppelte der letzten privaten Bewertung von rund 11 Milliarden Dollar. Am 5. Juli notierte die Aktie bei 35,93 Dollar, immer noch deutlich über dem Emissionspreis.

Vom Mailänder Startup zur Nasdaq-Roll-up-Maschine

2013 in Mailand von Matteo Danieli, Luca Ferrari, Francesco Patarnello und Luca Querella gegründet, baute Bending Spoons sein Geschäft auf einer ungewöhnlichen Strategie auf: schwächelnde Digitalmarken kaufen, durch Entlassungen und Preiserhöhungen Kosten senken – und nie wieder verkaufen. Dieses Rezept hat ein bemerkenswertes Portfolio in der Consumer-Tech-Branche hervorgebracht: AOL, Vimeo, Evernote, Meetup, Eventbrite, WeTransfer, Issuu, Brightcove und die Fitness-App Komoot.

Der Ansatz hat skalierbare Wirkung gezeigt. Bending Spoons meldete für 2025 einen Umsatz von 1,31 Milliarden Dollar und gibt an, dass das App-Portfolio insgesamt mehr als 500 Millionen monatlich aktive Nutzer erreicht. CEO Luca Ferrari beschreibt das Unternehmen als Mischung aus Private-Equity-Firma und Technologiebetreiber – es kauft angeschlagene digitale Assets wie ein Private-Equity-Fonds, betreibt sie aber als interne Tech-Produkte, anstatt sie weiterzuveräußern.

Gründer behalten nach dem Börsengang die Kontrolle

Trotz des Teilverkaufs an die Börse behalten die vier Mitgründer von Bending Spoons durch eine Dual-Class-Share-Struktur mehr als 80 Prozent der Stimmrechte. Dieses Modell ähnelt dem Vorgehen anderer founder-geführter Tech-Unternehmen, die an die Börse gegangen sind und das Management so vor strategischem Aktionärsdruck schützen.

Der IPO enthielt zudem ein bemerkenswertes strukturelles Detail: Bending Spoons emittierte parallel zur traditionellen Nasdaq-Notierung tokenisierte Aktien (Tokenized Shares) – ein Mechanismus, der Krypto-Infrastruktur mit konventionellen öffentlichen Aktienmärkten verknüpfen soll. Es ist ein frühes Beispiel dafür, dass ein bedeutendes börsennotiertes Unternehmen Tokenisierung als parallelen Settlement-Kanal behandelt, nicht als Nischenexperiment.

Warum das wichtig ist

Der Börsengang von Bending Spoons ist einer der größten Tech-IPOs des Jahres 2026 und ein seltenes Beispiel dafür, dass ein europäisches Roll-up-Unternehmen – kein Silicon-Valley-Startup – ein milliardenschweres Nasdaq-Debüt hinlegt. Sein Geschäftsmodell, alte Internetmarken aufzukaufen, die größere Konzerne aufgegeben oder vernachlässigt hatten, wird nun unter den Augen der Börse geprüft. Die Anleger werden beobachten, ob das Kostensenkungsrezept, das AOL und Evernote wiederbelebt hat, auch dann noch Wachstum generieren kann, wenn die Quartalszahlen öffentlich sind.

Wie zuerst von Bloomberg und später ausführlicher von TechCrunch berichtet, signalisiert der IPO eine anhaltende Investorennachfrage nach Tech-IPOs im Jahr 2026 – selbst für Unternehmen, die auf jahrzehntealten Internetmarken basieren und nicht auf neuer Technologie.

Originally reported by Bloomberg. Read the original article for additional details.

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