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Matter versprach, das kaputte Smart Home zu reparieren. Zwei Jahre später: eine Teillösung.

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Matter versprach, das kaputte Smart Home zu reparieren. Zwei Jahre später: eine Teillösung.

Das Smart Home scheitert seit fünfzehn Jahren am gleichen Problem: Man kauft eine Glühbirne von einer Firma, einen Thermostat von einer anderen und ein Schloss von einer dritten – und die Geräte weigern sich, miteinander zu sprechen, solange sie nicht alle zur gleichen Ökosystem-Marke gehören. Im Oktober 2022 veröffentlichte ein Bündnis von über 550 Unternehmen Matter – einen neuen Konnektivitätsstandard, der von Apple, Google, Amazon, Samsung und Dutzenden von Geräteherstellern unterstützt wird und dieses Problem endlich lösen soll.

Wir schreiben Mitte 2026. Die Frage, die sich jetzt stellt: Wie viel dieses Versprechens wurde tatsächlich eingelöst?

Was Matter ist (und was nicht)

Matter ist ein Application-Layer-Protokoll. Es läuft auf bestehender Netzwerkinfrastruktur – Wi-Fi oder Thread (ein stromsparendes Mesh-Netzwerkprotokoll), wobei Bluetooth Low Energy für die Geräte-Einrichtung (Commissioning) verwendet wird. Matter standardisiert, wie sich Geräte gegenüber Controllern identifizieren, wie sie ihre Fähigkeiten anzeigen und wie diese gesteuert werden.

Entscheidend ist: Matter ist kein Cloud-Protokoll. Ein Matter-fähiges Gerät in Ihrem Netzwerk kann lokal gesteuert werden, ohne mit einem Server eines Unternehmens zu kommunizieren. Das ist wichtig für die Zuverlässigkeit (Ihre Lichter funktionieren weiter, wenn die Cloud des Herstellers ausfällt) und für den Datenschutz (Ihr Thermostat-Zeitplan bleibt in Ihrem lokalen Netzwerk).

Die Connectivity Standards Alliance (CSA), die Matter verwaltet, hat bis Mitte 2026 über 4.000 Geräte zertifiziert. Diese Zahl klingt groß. In der Praxis ist das Bild komplizierter.

Wo es funktioniert

Für die gängigsten Gerätekategorien – intelligente Glühbirnen, Smart Plugs, intelligente Schalter – funktioniert Matter zuverlässig über Ökosysteme hinweg. Eine Nanoleaf-Lampe, die über ein iPhone hinzugefügt wurde, erscheint in Google Home und Amazon Alexa ohne zusätzliche Schritte. Das war vor Matter schlichtweg unmöglich und ist heute Routine.

Thread, das Mesh-Netzwerkprotokoll, das Matter für batteriebetriebene Geräte nutzt, hat die Zuverlässigkeit für Sensoren und kleine Zubehörteile deutlich verbessert. Thread-Geräte benötigen keinen dedizierten Hub – jeder Thread Border Router (in den meisten aktuellen Apple HomePod, Apple TV, Google Nest Hub und Amazon Eero-Geräten integriert) kann Thread-Geräte mit Ihrem IP-Netzwerk verbinden. Das Ergebnis ist ein stromsparendes Mesh, das Wände zuverlässiger durchdringt als Zigbee, ohne an den Hub eines einzelnen Anbieters gebunden zu sein.

Die Einrichtungserfahrung – der eigentliche Vorgang des Hinzufügens eines Geräts zu Ihrem Netzwerk – hat sich ebenfalls erheblich verbessert. Das Scannen eines QR-Codes und das gleichzeitige Erscheinen eines Geräts in drei verschiedenen Apps ist heute Routine. Für Smart-Home-Neulinge ist das eine echte Verbesserung der Lebensqualität gegenüber der Zeit vor Matter.

Wo es Defizite gibt

Die häufigste Frustration bei Nutzern, die auf Matter-Geräte umgestiegen sind: Erweiterte Funktionen funktionieren oft nicht ökosystemübergreifend. Eine Philips Hue-Lampe, die über Apple HomeKit gesteuert wird, zeigt über Matter grundlegende Ein-/Aus- und Helligkeitsfunktionen. Aber die dynamischen Szenen, Gradientenlichteffekte und der Entertainment-Modus von Philips Hue existieren nur innerhalb der Hue-App oder der proprietären Integration des Hue Bridge. Matter hat dafür keine Spezifikation – es standardisiert eine gemeinsame Basis, nicht den vollen Funktionsumfang.

Das war ein bewusster Kompromiss: Ein Standard, der ehrgeizig genug ist, um jedes Feature jeder Gerätekategorie abzudecken, hätte ein Jahrzehnt zur Ratifizierung gebraucht. Die CSA hat sich dafür entschieden, Kernfunktionen zu standardisieren und Funktionen durch Spezifikationsupdates hinzuzufügen. Die Folge: Wer Matter-Geräte in der Erwartung gekauft hat, nahtlosen geräteübergreifenden Zugriff auf alle Funktionen zu haben, wird häufig enttäuscht.

Sicherheitskameras und Video-Türklingeln sind die schmerzhafteste Lücke. Matter 1.3 hat Kamerafunktionen hinzugefügt, aber die Live-Videoübertragung über verschiedene Controller hinweg bleibt inkonsistent. Die meisten großen Kamerahersteller haben Matter für ihre Kameras nicht implementiert und verweisen auf die Beschränkungen der Spezifikation für professionelle Videoqualität. Bis Matter zuverlässig Video an jede Controller-App streamen kann, bleibt die meistgekaufte Kategorie im Smart Home fragmentiert.

Roboterstaubsauger, Rasenmäher und die meisten intelligenten Haushaltsgeräte sind entweder nicht in der Spezifikation enthalten oder werden von den Herstellern nur teilweise implementiert. Eine Handvoll Marken haben Matter-zertifizierte Waschmaschinen und Kühlschränke auf den Markt gebracht, aber die Auswahl ist begrenzt.

Das Multi-Admin-Problem

Das Multi-Admin-Modell von Matter – die Idee, dass dasselbe Gerät gleichzeitig zu mehreren Ökosystemen hinzugefügt werden kann – funktioniert, aber mit einem Haken, den die meisten Verbraucher erst entdecken, wenn sie frustriert sind: Nicht alle Gerätehersteller aktivieren es. Einige Hersteller haben Matter im Single-Admin-Modus implementiert, bei dem das Gerät nur zu einem Controller-Ökosystem gehören kann. Der Matter-Zertifizierungsprozess erfordert kein Multi-Admin, daher können zertifizierte Geräte immer noch effektiv isoliert sein.

Auch Amazons Vorgehen hat Entwickler verärgert. Amazon hatte sich ursprünglich verpflichtet, Matter sowohl als Controller (Alexa) als auch als Geräte-Ökosystem zu unterstützen. In der Praxis hat Amazon die Matter-Zertifizierung für seine eigenen Produkte (Echo, Ring) nur langsam vorangetrieben und gleichzeitig sein proprietäres "Frustration-Free Setup"-Protokoll als Alternative vorangetrieben. Mehrere Ring-Kameras unterstützen Stand 2026 immer noch kein Matter.

Die verbleibende Fragmentierung der Fabrics

Jedes große Ökosystem unterhält eine eigene "Fabric" – das Vertrauensnetzwerk, das die Kommunikation der Geräte ermöglicht. Die Fabrics von Apple HomeKit, Google Home, Amazon Alexa und Samsung SmartThings sind nominell Matter-kompatibel, haben aber unterschiedliche Cloud-Synchronisationsverhalten, Automatisierungsauslöser und Datenschutzrichtlinien. Ein Matter-Gerät ist theoretisch portabel, bleibt aber für Funktionen wie Fernzugriff und Automatisierung mit der Cloud eines Ökosystems verbunden.

Die praktische Erfahrung der meisten Nutzer ist immer noch: Wählen Sie ein primäres Ökosystem und akzeptieren Sie, dass andere Apps Ihre Geräte zwar anzeigen, aber mit reduzierten Funktionen. Das ist besser als vor Matter, wo andere Apps gar nichts anzeigten. Aber es ist nicht das einheitliche Smart Home, das die Marketingversprechen angekündigt hatten.

Was sich 2026 wirklich lohnt

Matter ist inzwischen ausgereift genug, dass der Kauf Matter-zertifizierter Geräte für die meisten Menschen die richtige Standardwahl ist – allerdings mit realistischen Erwartungen. Das Wertversprechen ist konkret: Ihr Gerät wird nicht unbrauchbar, wenn der Hersteller seine App einstellt; Sie können es lokal ohne Internet steuern; und Sie können es in ein neues Ökosystem überführen, wenn Sie die Plattform wechseln.

Für alle, die ein neues Smart Home aufbauen: Thread-basierte Sensoren und Glühbirnen mit Matter sind solide. Matter-fähige Hubs (Apple HomePod Mini, Google Nest Hub 2. Gen.) bewältigen die gängigsten Automatisierungen zuverlässig. Bei Kameras, Video-Türklingeln und Haushaltsgeräten sollten Sie vor dem Kauf prüfen, ob Matter tatsächlich implementiert ist – und akzeptieren, dass Sie für erweiterte Funktionen möglicherweise weiterhin die Hersteller-App benötigen.

Der Standard ist real, er verbessert sich und er ist besser als das, was davor war. Das vollständig einheitliche Smart Home, das er versprach, ist noch ein paar Jahre entfernt.

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